Andalusien: Wo Bikepacking auf Spaghettiwestern trifft

Zwei glorreiche Halunken. Die glorreichen Sieben. Für eine Handvoll Dollar.

Was könnten drei Western aus den Sechzigern mit einer Bikepacking-Tour durch Spanien zu tun haben?

Einiges: die trockene Wüstenlandschaft, die sengende Hitze und natürlich die Saloons aus verwittertem Holz der Original-Filmsets. Und auch, wenn das XPDTN3-Team das Set nicht betreten hat – Stahlrösser sind dort nicht erlaubt – genossen sie doch den Anblick aus kurzer Entfernung.

Auf einem ihrer jüngsten 3T-Abenteuer zog es Marc Gasch und seinen Fahrradkumpel Loren nach Südspanien, in die Region, in der eine ganze Zeit lang die italienische Westernfilmindustrie boomte (wahrscheinlich, weil es billiger war, eine europäischen Crew und ein Filmset in der einzigen offiziellen Wüste Europas zu unterhalten, als Leute und Ausrüstung weit weg in die Sahara oder in die Wüste Gobi zu transportieren).

Die Dreitages-Tour startete im kleinen Mittelmeerort Agua Amarga und führte von dort aus gleich ins Landesinnere, wo die zwei die gebirgige Wüstenlandschaft der Tabernas und das surreale Filmset Fort Bravo mit dem dazugehörigen Freizeitpark erkunden wollten.

Hier, inmitten dieser beeindruckenden Landschaft, erlebten sie auch die aufregendste Fahrt der ganzen Tour. Gleich hinter dem Fort Bravo fuhren sie in das offizielle Naturschutzgebiet Desierto de Tabernas. Nach einem steilen Anstieg stürzten sie sich auf einem zweispurigen Weg hinunter zum Bahnhof Fuente Santas, bevor es von dort wieder einen steilen Anstieg nach oben ging. Oder in Marcs Worten:

Von hier aus bringt dich eine zweispurige Downhill-Abfahrt in die schnellste „Rambla“, die du je erlebt hast. Mit 45 km/h flogen Loren und ich geradezu bergab durch das trockene Flussbett. Diesmal ohne weichen Sand oder große Steine, nur glatte Erde und hier und da ein paar Felsen. Wahnsinn, was für ein verrücktes Tempo wir da drin hatten. Ich mag nicht mal dran denken, welche Folgen ein Sturz bei dieser Geschwindigkeit dort gehabt hätte … Aber Spaß hat es gemacht.

Von Tabernas aus fuhren die zwei in die Küstenstadt Almeria und von dort aus an der Küste entlang weiter zu einer weiteren Sehenswürdigkeit der Filmindustrie: Der wunderschöne Naturpark Cabo de Gata-Nijar war Schauplatz berühmter Filme wie Lawrence von Arabien oder Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Als das XPDTN3-Team ihn durchquerte war es dort ruhig, rau und atemberaubend – in mehrfacher Hinsicht.

Marc sagt dazu:

Die Vulkanlandschaft vermischt sich mit ein paar Sanddünen und Wüstenvegetation als wir uns der Stadt San José nähern. Sie gehört nicht unbedingt zu unseren Lieblingsorten, also schnappen wir uns nur schnell ein Sandwich und fahren auf felsigen Schotterwegen und (Singletrails) immer parallel und ganz nah am Mittelmeer bis zu unserem nächsten Halt, dem schönen Dörfchen La Isleta del Moro.

Der Abschluss ihrer Rundtour brachte sie über die vielen Hügel, die dieser wunderschöne Abschnitt der andalusischen Küste zu bieten hat, wieder zurück nach Aqua Amarga, wo sie müde, gebräunt und glücklich ankamen.

Die ganze Geschichte und noch mehr inspirierende Fotos findest du auf der 3T website.

Text und Fotos: Marc Gasch

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