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03:57
19.7km
5.0km/h
390m
460m
Man könnte auch sagen, unterwegs im Geburtsort der Spätlese. Die Region ist bekannt für den vorwiegend lieblich süßen Riesling. Wie sollte es anders sein, gibt es auch hierzu eine Sage:
Die Geschichte des "Spätlesereiters" geht auf eine Begebenheit im Jahre 1775 zurück. Bevor auf dem Schloss Johannisberg die Lese begonnen werden durfte, musste ein Bote in Fulda beim Bischof die Erlaubnis dazu einholen. Die Rückkehr des Boten verzögerte sich. Wie häufig bei solchen Geschichten, gibt es verschiedene Versionen warum. Die eine Version besagt, der Fürstbischof sei auf der Jagd und deshalb nicht erreichbar gewesen. Die andere lautet, der Kurier sei unter die Räuber gefallen und festgehalten worden. Kurzum: Die Mönche auf dem Johannisberg warteten Tag um Tag mit dem Beginn der Lese und mußten zusehen, wie die Trauben an den Weinstöcken immer mehr von Fäulnis befallen wurden und schrumpften. Als der Reiter endlich mit der fürstbischöflichen Leseerlaubnis eintraf, schien die Ernte vernichtet. Dennoch holten die Mönche gewissenhaft die scheinbar verdorbenen Trauben ein. Und schon bald staunte der Kellermeister: Der Wein aus den faulen Trauben übertraf an Güte alles vorangegangene. Die Spätlese war somit erfunden.
Die Figur des "Spätlesereiters" wurde auch zu einer Comicfigur - Karl der Spätlesereiter verarbeitet, und es gab auch einige Musikaufführungen um die Figur.
Aber auch ansonsten gab es auf dieser Etappe wieder einiges zu bestaunen. So liegt das Schloss Johannisberg zwar nicht unmittelbar am Rheinsteig, wohl aber über den Zuweg von Geisenheim aus. Den ersten Anstieg haben wir uns erspart und sind mit dem Bus ab Bahnhof Geisenheim nach Johannisberg gefahren. Über Schloss Johannisberg erreicht man kurze Zeit später auch schon das Schloss Vollrads. Den Weg ist schon Goethe gern gegangen. Vollrads ist mit seiner mehr als 800-jährigen Tradition eines der renommiertesten Weingüter der Welt und als Spielstätte des Rheingau Musik Festivals sowie Hort weinkultureller Veranstaltungen bekannt.
Ein weiterer Höhepunkt ist zweifelsohne das ehemalige Zisterziensterkloster Eberbach. 1136 von burgundischen Zisterzienser-Mönchen in einem stillen Waldtal gegründet, entwickelte sich Kloster Eberbach schnell zum größten Weinbau-Unternehmen des Mittelalters mit mehr als 200 Außenstellen und eigener Flotte. In nie unterbrochener Kontinuität wird hier seit mehr als 800 Jahren Wein angebaut, ausgebaut und vermarktet. Internationale Beachtung fand das Kloster als Drehort des Umberto-Eco-Mönchkrimis „Der Name der Rose“. Eberbach ist heute mit die bedeutendste Konzertstätte des Rheingau Musik Festivals.
Man könnte noch weitere Wegpunkte erwähnen, würde aber den Rahmen sprengen. Die Wege sind allesamt gut zu laufen. Im ersten Abschnitt läuft man durch die Weinberge. Nach einer kurzen Mittagspause kam ein waldreicher Abschnitt, was bei den warmen Temperaturen recht angenehm war. Da insbesondere in den Weinbergen die Wege auch wirtschaftlich genutzt werden, hat die Strecke verschiedene Asphaltabschnitte.
Dir @Sus vielen Dank für die nette Begleitung. Trotz der aufwendigen (und frühen🥱 ) An-/ und Abreise war es auch diesmal wieder ein sehr kurzweiliger Tag und hat mir viel Spaß gemacht.
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Waypoints
Bagged Peaks
Route Details
Elevation
Highest point (360 m)
Lowest point (110 m)
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