Tobias Woggon: Warum zieht es einen Bike-Abenteurer in die Kälte?

Vom Landschaftsgärtner bis zum Mountainbike-Profi in der Enduro World Series: Tobi Woggon hat in seinem Leben schon die unterschiedlichsten Sachen gemacht. Seine aktuelle Hauptbeschäftigung ist es, die Welt zu erkunden. Auf dem Rad erweckt er abgelegene Orte zum Leben und erzählt von den Geschichten, die er im Sattel erlebt.

Tobi ist immer für Abenteuer zu haben, auf der sonnigen Insel La Palma, genau wie in der eisigen Landschaft Grönlands. Vor Kurzem haben wir mit ihm darüber gesprochen, wie er zum Mountainbiken gekommen ist, was ihn am Fahren in winterlichen Bedingungen am meisten gefällt und darüber, wie er im Jahr 2020 das Beste aus den Entdeckungstouren vor Ort gemacht hat.

Fahrradschieben in Kamtachatkar, Russland

Also Tobi, was ist deine MTB-Story? Wann hast du angefangen, was liebst du daran?

Fahrrad gefahren bin ich eigentlich schon immer. Als kleines Kind bin ich schon im Kindersitz auf dem Rad eingepennt. Deshalb musste ich auch so schnell wie möglich selbst aufs Rad. Richtig zum Mountainbiken gekommen bin ich durch Freunde, die jeden Samstag und Sonntag auf den Illegal gebauten Strecken rumgehangen sind und mich irgendwann mal mitgenommen haben. Und zack, war ich Mountainbiker.

Diese Mountainbike-Mentalität hat sich bei Tobi fest ins Gehirn eingebrannt, und so entwickelte sich aus seiner Leidenschaft für Kurven bald eine Liebe zum Entdecken neuer Orte. Nach seiner Lehre als Landschaftsgärtner wollte er deshalb vor allem reisen. Er arbeitete erst als Mountainbike-Guide und suchte sich dann Sponsoren, um in der Enduro World Series mitzufahren – die ihn unter anderem ins Mekka der Mountainbiker, nach Whistler in Kanada führte. Während dieser Zeit entdeckte er noch andere fantastische Gegenden, in die es ihn immer wieder zurückzieht. Eine davon ist Schottland. Und darüber wollten wir natürlich mehr von ihm wissen:

In der Vergangenheit hast du schon oft von deinen immer wiederkehrenden Touren nach Schottland gesprochen. Was ist das für eine Liebesbeziehung zwischen dir und diesem Land? Wie hast du es „entdeckt“ und warum zieht es dich immer wieder dorthin zurück?

Schottland kombiniert gute Trails mit unberechenbarem Wetter. Es gibt nur wenige Orte, an denen ich mich so frei fühle, wie in der Weite der schottischen Highlands. Und es gibt so viele epische Trails zu entdecken. Dabei hilft mir komoot ungemein.

Aber Schottland ist nicht das einzige kalte nordische Land, in dem du mit dem Rad gefahren bist. Du hast auch einige Zeit im verschneiten Grönland verbracht. Wie ist das Radfahren am nördlichen Polarkreis so?

Wenn du die bekannteren Bike-Regionen verlässt und dich auf die Suche nach neuen Trails machst, sind es ja eher die Landschaften und die Reise an sich, die ein Abenteuer besonders machen. Und auch wenn man in Grönland, Kamtschatka oder auf den Färöer-Inseln selten die besten Trails findet, sind die Trips doch unbeschreiblich.

Bei deinen Touren zeichnet sich deutlich ein Muster ab: unberührte Gegenden mit winterlichen Temperaturen. Was zieht dich in diese Gegenden (und in diese Temperaturen)?

Was mich an den nordischen Ländern und ihren Wetterbedingungen so fasziniert, ist, dass du, egal, wie gut du dich vorbereitet hast, immer von der Natur abhängig bist. Außerdem liebe ich den Moment, wenn nach einem Wolkenbruch die Sonne herauskommt..

Tobias auf den Färöer-Inseln

Nicht alle können in die Arktis fahren, um sich ihren Mountainbike-Kick zu holen. Erklär doch mal für alle, die ihre nähere Umgebung erkunden wollen: Warum ist komoot so ein großartiges Werkzeug für Mountainbiker?

Das richtige Abenteuer fängt da an, wo man die ausgelatschten Wege verlässt und auch mal in Gegenden kommt, in denen noch nicht so viele Wege ausgeschildert sind. Mit komoot kann ich auch dorthin fahren, um Trails zu entdecken, wo ich sonst Angst hätte, mich zu verfahren.

Apropos nähere Umgebung: 2020 mussten wir ja alle Zuhause bleiben, aber für dich scheint es doch ein ziemlich gutes Abenteuer-Jahr gewesen zu sein. Was waren denn deine Lieblings-Mountainbike-Abenteuer der letzten 12 Monate und was hat sie so besonders gemacht?

Wegen der besonderen Umstände musste ich dieses Jahr einige Trips verschieben oder absagen. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, mehr von Deutschland und vo der Region, in der ich lebe, zu entdecken. So bin ich im Sommer mit dem Gravelbike durch Süddeutschland gefahren und habe mit dem Mountainbike die Tiroler Alpen von Osten nach Westen überquert. Beides hätte ich in einem normalen Jahr bestimmt nicht gemacht.

Wir freuen uns mit Tobi, dass er das Beste aus dem Jahr 2020 machen konnte, und hoffen, dass dir das auch gelungen ist. Alle Abenteuer von Tobi Woggon kannst du dir in seinem Profil bei komoot ansehen.

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