Fünf Dinge, die ich an Rucksacktouren liebe, und wie der West Highland Way in Schottland sie perfekt verkörpert

Catherine lebt in London und arbeitet als Texterin bei komoot. Sie liebt Backpacking, also Rucksacktouren. Vor kurzem hat sie zum ersten Mal Schottland erkundet und festgestellt, dass der West Highland Way der ideale Einstieg in diesen schönen Teil Großbritanniens ist.

Es gibt fünf Dinge, die mich auf Rucksacktouren richtig glücklich machen. Wenn auf einer Tour alle fünf zusammenkommen, bin ich die glücklichste Wanderin. Entgegen meinen Erwartungen (launisches Wetter, stark frequentierte Wege und die Nähe zu den Städten), stellte ich fest, dass der West Highland Way in Schottland alle fünf Punkte perfekt verkörpert.

Der West Highland Way ist der wohl bekannteste Fernwanderweg Schottlands mit entsprechend viel Fußgängerverkehr. Die Route führt von der Stadt Milngavie in den schottischen Lowlands bei Glasgow in Richtung Norden bis nach Fort William, das mitten in der Gebirgslandschaft der Highlands liegt. Dass der Weg schön sein würde, wusste ich (bestimmte Orte sind ja nicht ohne Grund beliebt), aber nicht, wie belebt er im August sein würde und ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass irgendwo in Großbritannien noch so etwas wie Wildnis übrig sein könnte. Wie sich herausstellte, übertraf die Route meine Erwartungen bei weitem und fasst im Rückblick die fünf Dinge, die ich an Rucksacktouren liebe, perfekt zusammen.

Unabhängigkeit

Rucksack auf, genug Essen und ausreichend Schutz für ein paar Tage auf dem Rücken, daneben nur der eigene Körper, der dich vorwärts bewegt. Backpacking kann vielleicht beim Glamourfaktor nicht ganz mit Extremsportarten wie Bergsteigen oder Snowboarden mithalten, aber für mich fühlt es sich ziemlich gut an, zu wissen, dass ich nichts und niemanden brauche, um sicher und zufrieden zu sein. So vollkommen unabhängig kann man allerdings nicht überall sein, weil wildes Campen in vielen Regionen stark eingeschränkt ist. In Schottland, und ganz besonders auf dem West Highland Way, ist es aber möglich. Dort ist es unberührt und leer und Campen ist erlaubt. Man kommt zwar unterwegs durch viele Städte, aber schon ein paar Kilometer außerhalb ist das Gefühl der Wildnis wieder da.

Überraschend schöne Landschaft

Eines der faszinierendsten Dinge bei Rucksacktouren ist es, zu sehen, wie sich Landschaften im Lauf einer Wanderung ganz langsam vor dem Auge entfalten. Am West Highland Way lässt sich das hervorragend erkennen.

Ich hatte schon gehört, dass Schottland sehr schön sein sollte, aber konnte es nicht wirklich glauben, bis ich selbst dort war. Vor meiner Ankunft kannte ich von Großbritannien eigentlich nur sanfte Hügel und Ackerlandschaften. 

Auf dem West Highland Way in Richtung Norden offenbaren sich die Highlands ganz langsam, Schritt für Schritt. Wir wanderten zuerst durch vertraute Kulturlandschaften, danach langsam weiter am Ufer des Loch Lomond entlang und stiegen dann immer höher in das Herz der Highlands. Ohne es zu merken, fanden wir uns an einem Tag inmitten von Gipfeln wieder oder wanderten am anderen Tag durch kilometerlange unwirtliche Moorlandschaften.

Wild campen

Ich mag Campen. Aber besonders liebe ich es, wenn ich meinen eigenen Platz aussuchen kann, weit weg von Menschenmassen, an einem Ort, der komplett eingebettet ist in die umgebende Natur. Weil Wildcampen in Schottland erlaubt ist, hatten wir viele Gelegenheiten, unter freiem Himmel zu schlafen.

Wir bauten unser Zelt am Ufer des Loch Lomond auf und erwachten mit dem Geräusch des Wassers, das sanft das Ufer umspülte, wir kampierten unterhalb des Glen Coe und erwachten am Fuß eines überwältigenden Berges, wir schliefen am Rand einer Kiefernpflanzung und erlebten den morgendlichen Ausblick auf die umliegenden Berge.

Morgenkaffee in der Wildnis

Apropos morgendlicher Ausblick … anders als zu Hause ist das beste Gefühl hier, aus dem Bett in die kalte Morgenluft zu kriechen. Ich liebe es, so praktisch ins „Wachsein“ gestoßen zu werden. Und noch mehr liebe ich, um wieviel besser der Kaffee nach so einem Stoß schmecken kann. Hat man sich dann morgens eingerichtet, gibt es nur wenige Dinge, die schöner sind, als sich die Zeit zu nehmen, die Natur um sich aufzunehmen: die Wangen kalt von der Morgenluft und die Hände von der heißen Tasse gewärmt. Für mich ist das eine der größten Freuden des Lebens.

Zu Fuß gehen (ja, genau)

Die meisten Menschen können gehen, und das ist einer der Gründe, warum ich es liebe – die Zugangsbarrieren sind minimal. Man braucht weder viel Geld noch technisches Know-How und muss nicht einmal besonders fit sein. Zu Fuß gehen können so gut wie alle! Sobald ich anfange zu gehen, wird alles ganz einfach: Es geht darum, einen Fuß vor den anderen zu setzen, in einem Tempo, bei dem man sich umschauen und die Umgebung betrachten kann.

Wenn es je einen Weg gab, der die Einfachheit des Gehens verkörpert, dann ist es der West Highland Way: Unglaublich schön und dabei kaum technisch anspruchsvoll. Der größte Teil der Strecke verläuft auf alten Militärstraßen oder gut markierten Wegen, die wenig Aufmerksamkeit erfordern, so dass man seinen Gedanken nachgehen und dabei völlig entspannen kann. In diesem Zustand beginnt man, nicht nur die Details der Landschaft um sich herum wahrzunehmen – die Insekten und die Pflanzen, die die Natur zum Leben erwecken –, sondern kann auch tiefer in die eigenen Gedanken eintauchen. Und hat beim Auftauchen aus diesen Tagträumen oft ein wenig mehr Klarheit über das eigene Leben.

Kameradschaft (Bonus)

Allein in der Natur zu sein ist ein großes Thema für mich, wenn ich mit dem Rucksack auf Tour bin, aber ich möchte hier deutlich machen, dass ich auch gerne mit anderen Menschen draußen bin. Ich mag im Allgemeinen keine Menschenmassen, aber ausgetretene Pfade haben auch ihre Vorteile. Einer davon ist die Kameradschaft auf dem Weg. Der West Highland Way ist ein bisschen wie eine Fußgänger-Autobahn, auf der man ganz einfach mit den unterschiedlichsten Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenswelten ins Plaudern gerät. Es ist etwas, was ich normalerweise nicht haben muss, aber auf dem West Highland Way durchaus genossen habe.

Jetzt, wo ich ihn gegangen bin, weiß ich, warum der West Highland Way so beliebt ist. Er ist schön, friedlich und zugänglich. Er ist lang genug, um eine Herausforderung darzustellen, ohne dabei so anspruchsvoll zu sein, dass man Spezialausrüstung bräuchte. So konnte ich mich mühelos in meine Rucksacktour hineinfinden und darüber nachdenken, warum ich das Wandern so liebe. Und wenn du diesen Blogpost bis hierher gelesen hast, kennst du ja das Ergebnis meiner Überlegungen.

Du findest die vollständige Wander-Collection zum West Highland Way bei komoot. Suchst du noch mehr Rucksack-Wander-Content? Slowenien ist eine fantastische Wanderregion und wir haben einen Guide dazu, mit dem du mühelos deine Hüttentour planen kannst.

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