Mehr Käse, bitte: Interview mit Wander-Ambassador Nic Hardy

Nic Hardy hat sich von der Schreibtischtäterin (IT-Managerin) zur Gipfelsammlerin entwickelt. Seit 2020 ist sie bei komoot Ambassador für Wandern. 

2019 hat sie nach zehn Jahren ihren Bürojob gekündigt und ist seitdem Vollzeit-Abenteurerin und Outdoor-Autorin. Letzten Sommer ging es los: Sie bestieg alle 282 Munros (das sind alle Berge über 3000 Fuß oder 914,4 Meter) in Schottland am Stück und verbrachte dabei 75 Nächte unter freiem Himmel oder in schottischen Bothies. Sie ist auch schon in den Schweizer Alpen gewandert, am Polarkreis in Norwegen, ganz oben im Atlasgebirge in Marokko, auf den Gipfel des Kilimandscharo in Tansania und zuletzt in Südafrika.

Bei ihren Wanderungen hat sie schon so einiges kennengelernt: Stechmücken und Schnee, sintflutartige Stürme und Brockengespenster (ein besonderer Schatteneffekt im Nebel oder auf Wolken), Inversionswolken (noch ein Wolkeneffekt) und Adler, die mühelos im Aufwind in die Höhe kreisen. Ganz zu schweigen von der fantastischen Outdoor-Community, die ihr überall auf ihrem Weg begegnet ist.

Wir haben Nic auf unseren Ambassador-Hotseat eingeladen, um ein bisschen mehr über sie zu erfahren. Das hat sie uns erzählt:

Beschreib dich selbst in drei Worten.

Temperamentvoll, kreativ und geekig.

Outdoor-Fertignahrung oder selbst gekocht?

Beides. Wenn Käse dabei ist, bin ich für alles zu haben.

Sägst du deine Zahnbürste ab?

Ich hab schon ein paar Ultraleicht-Anpassungen an meiner Ausrüstung vorgenommen, aber eine Zahnbürste hab ich noch nicht zerschnitten.

Gipfelbuch oder Instagram?

Ich bin ganz für „The Gram“. Als echte Plaudertasche liebe ich den Austausch mit anderen Outdoor-Fans.

Was motiviert dich, rauszugehen und die Welt zu erkunden?

Ich liebe es, die britische „Wildnis“ zu erleben und auf der Suche nach überwältigenden Aussichten auf die höchsten Berge zu steigen. Auch lange Distanzen ziehen mich an. Weil ich dieses Gefühl liebe, zu Fuß von A nach B zu reisen.

Was war deine bisher schönste Wanderung?

Die Tour in den Rough Bounds von Knoydart, in den schottischen Highlands, war ein einzigartiges Erlebnis. Es war gegen Ende meiner Gipfelsammeltour. Mein Freund James und ich schafften die Tour mit 74 Kilometern in zweieinhalb Tagen. Dabei ging es ständig durch unwegsames, raues, steiles und sumpfiges Geländer. Die Gegend ist ein Paradies für Entdecker und die Ausblicke sind einfach ‚nicht von dieser Welt‘. Wenn du denkst, in Großbritannien gäbe es keine unberührten Landschaften mehr, dann warst du noch nicht in Knoydart.

Welche Pläne hast du noch für dieses Jahr?

Als der Lockdown in England langsam gelockert wurde, dachte ich darüber nach, wie ich meine Abenteuerlust befriedigen und gleichzeitig die Regeln und Einschränkungen der Pandemie einhalten könnte. Meine Vorgaben waren deshalb: a) Keine Übernachtungen – Langstreckenwanderungen waren also ein „No-Go“, b) in meiner Heimatregion Cumbria bleiben und diese erkunden (#ExploreLocal), c) die Touristen-Hotspots im Lake District meiden, d) genau wie die hohen/beliebten Berge und e) so weit wie möglich der Zivilisation entkommen, um den Kontakt mit anderen zu vermeiden. 2017/2018 hatte ich bei meiner #WainwrightBagging-Challenge schon den Lake District durchwandert. Viel weniger Menschen haben aber bisher die Ausläufer des Lake District erkundet, die sogenannten „Outlying Fells“. Diese Ausläufer sind durchschnittlich 370 Meter hoch und hauptsächlich grasbewachsene Hügel. Ich bin bis jetzt erst auf einem von ihnen gewandert – dem in der Nähe meines Heimatorts Cockermouth – also dachte ich mir: die sind nicht nur perfekt, um meine Fitness für die Zeit nach dem Lockdown wieder aufzubauen, sondern bringen auch noch frischen Wind in mein Outdoorleben. Insgesamt sind es 116 Berge. Ich schätze also, dass ich sie in ungefähr 30 Wanderungen den Sommer über schaffen kann.

Was hast du auf jeder Wanderung dabei?

Ohne festes Ziel mach ich mich nicht auf den Weg. Ich bin sehr zielorientiert und deshalb nehme ich mir immer einen festen Punkt vor, den ich erreichen will, einen Gipfel oder den Endpunkt eines Weges.

Welche Erfahrung hat deine Art zu Wandern bisher am meisten beeinflusst?

Bei Abstiegen hatte ich wegen eines iliotibialen Bandsyndroms immer Knieschmerzen. Als ich anfing, Trekkingstöcke zu verwenden, verschwanden die Schmerzen praktisch vollständig. Für mich ein echter Gamechanger.

Warum empfiehlst du komoot?

Ich habe das Gefühl, komoot ist von Abenteurern für Abenteurer gemacht. Es ist ein hervorragendes Planungstool, weil du schon vorher sehen kannst, wo sich die echten Highlights auf dem Weg verstecken. Mir gefällt auch die Art, wie komoot die Community ermuntert, die Platform mit nützlichen Tipps und Fotos zu füllen, damit andere von ihren Erfahrungen profitieren können.

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