Große Ziele, noch größere Abenteuer: Im Gespräch mit komoot Ambassador Jonas Deichmann

Jonas Deichmann ist Ultra-Langstreckenbikepacker, hält mehrere Weltrekorde und lebt fürs Abenteuer. Damit bringt er alles – und mehr – mit, was wir uns von einem komoot Ambassador wünschen. Und deshalb sind wir besonders glücklich, ihn an Bord unseres offiziellen Ambassador Programms willkommen zu heißen.

Drei Kontinentaldurchquerungen mit dem Fahrrad hat er mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Die längste führte in vom Nordkap in Norwegen nach Kapstadt in Südafrika. Für die 18.000 Kilometer brauchte er 73 Tage und damit einen Monat weniger als der vorherige Weltrekordhalter. Wenn er gerade nicht allein mit Muskelkraft ganze Kontinente überquert, hält er motivierende Vorträge in denen er sein Wissen und die Erfahrungen, die er auf dem Rad gesammelt hat, teilt.

Jonas ist also ganz offensichtlich ein interessanter Typ. Und deshalb haben wir ihn auch auf unseren heißen Stuhl gesetzt, wo er ein paar mehr oder weniger naheliegende Fragen über sich selbst beantworten musste.

Beschreib dich selbst in drei Worten.

Abenteuerlustig, ehrgeizig, neugierig.

Was war das seltsamste, das du je bei einer Tour gegessen hast?

Insekten in Südostasien. Kakerlaken sind nicht meine Sache aber Heuschrecken sind ein leckerer Snack für unterwegs.

Gab’s irgendwelche Bekleidungs-Pannen die du gesehen oder selbst erlebt hast?

Kinder in Afrika die mit jeweils einem Badeschuh Fußball gespielt haben. Sie waren zu arm für ein Paar und haben nur jeweils an ihrem starken Fuß zum Schießen einen Schuh angehabt.

Was motiviert dich, rauszugehen und Neues zu entdecken?

Ich möchte immer etwas Neues entdecken und aus meiner Komfortzone gehen. Das ist zwar manchmal auch hart aber dabei ich fühle mich lebendig. Drinnen wird mir schnell langweilig.

Scheiben- oder Felgenbremsen?

Scheibenbremsen.

Kannst du etwas über deine eindrucksvollste Tour bisher erzählen? Wohin ging sie, wer war dabei und weshalb hat sie so einen Eindruck hinterlassen?

Meine letzte Expedition “Cape to Cape“. Ich bin im Herbst 18.000 Kilometer vom Nordkap in Norwegen bis Kapstadt in einer neuen Rekordzeit von 73 Tagen geradelt. Ich bin gemeinsam mit einem Freund gestartet, welcher allerdings nach einem Drittel der Strecke aufgeben musste, und dann ab Ägypten alleine weitergefahren. Die Durchquerung Afrikas war das Schwierigste, was ich je gemacht habe. Nichts lief nach Plan und ich hatte Lebensmittelvergiftungen, Aufstände, gefährliche Situationen mit Tieren und Menschen und extreme Bedingungen. Aber die Gastfreundschaft vieler Menschen und die Landschaften Afrikas waren unbeschreiblich; und die harten Momente sind sowieso die besten Erinnerungen.

Schauen wir mal nach vorne: Welche Pläne hast du noch für das Jahr?

Nachdem ich alle großen Kontinentaldurchquerungen auf dem Rad in Rekordzeit gemacht habe, brauche ich eine neue Herausforderung. Ende des Sommers starte ich zum ersten Triathlon um die Welt und werde die Welt von München nach München umrunden. Dabei lege ich die 120-fache Ironman-Distanz zurück und überquere Pazifik und Atlantik mit dem Segelboot. Ich plane hierfür ca. 10-11 Monate unterwegs zu sein.

Welches ist das außergewöhnlichste Stück in deiner Ausrüstung?

Eine halbe Zahnbürste. Bei Rekordfahrten geht es um jedes Gramm. Meine Zahnbürste säge ich in der Mitte durch.

Welches Fahrrad-Abenteuer hat dein Leben am meisten beeinflusst?

Die Langdistanz ist zu 95 % Kopfsache. Man muss fest daran glauben, dass man Erfolg haben wird. Während meines ersten Weltrekords durch Eurasien habe ich gesehen, was der Körper alles kann, und jetzt weiß ich, dass noch viel mehr möglich ist. Das gibt Selbstvertrauen und mit jeder erfolgreichen Expedition wird man stärker.

Warum empfiehlst du komoot?

Die Routenplanung funktioniert einfach sehr gut und ich werde immer wieder auf kleine, schöne Wege geführt. Außerdem gibt es auf komoot viele tolle Tourenvorschläge. Gerade, wenn ich in einer anderen Stadt unterwegs bin und mich nicht auskenne, finde ich so schöne Routen. Auch das soziale Element finde ich sehr gut. Ich lade viele meiner Touren in die App.Freunde und Follower können so meinen Touren folgen.

Auch mit den aktuellen Ausgangsbeschränkungen hast du doch bestimmt immer noch Lust auf Abenteuer? Wie hilft komoot dabei, die zu stillen?

Ich bin aktuell bei meiner Familie in der Schweiz und habe vorübergehend eine feste Basis. Mit komoot plane ich neue Routen zum Joggen und Radfahren in der Region und entdecke immer wieder neue Ecken. Ich renne auch sehr gerne ohne festes Ziel in den Wald und folge jedem Trail der schön aussieht. Wenn es dann Zeit ist umzukehren, lasse ich mich ganz einfach von komoot zurück nach Hause leiten.

Möchtest du Jonas lieber live erleben? Dann sei dabei, wenn er bei unserer Online-Eventreihe, dem komoot Campfire, zu Gast ist. Am 23. April um 18:00 Uhr CET sprechen wir mit Jonas über seine vergangenen Abenteuer und seine Pläne für zukünftige Expeditionen. Melde dich an zum Campfire Chat

Fotos © Pasi Sauna-aho

7 Comments

Kommentieren
  1. Stefan Huck sagt:

    Hallo Jonas,
    deine Tagebucheinträge von Cape to Cape haben mich unglaublich beeindruckt . „Das ewige und auch das eigene Rumgepienze wegen etwas, was nicht so ist, wie es sein soll, ist ja nicht mehr zum Aushalten“, denke ich, wenn ich von ausgefallenem Frühstück, Regen, Kälte, Schlafmangel und Müdigkeit, Spiegel eines LKWs auf der Schulter, schlechten Straßen, verseuchtem Wasser und angreifenden Kinderhorden lese. Aus deinen Kommentaren lese ich auch, dass du lieber im *****-Hotel übernachtet hättest, aber deine Antwort lautete immer gleich: „Weiter!“ – Deine Einstellung, die dir das ermöglicht hat, finde ich äußerst motivierend ! DANKE 🙂

  2. Michael Schneider sagt:

    Hallo Jonas, habe mir deine Erlebnisse schon auf youtube angesehen. Tolle Sachen, Hut ab, raus aus der Komfortzone, den Körper ausloten, da sieht man mal was alles möglich ist. Finde das toll das du jetzt auf kommoot present bist, habe schon mal in deinen Touren rumgestöbert, schöne Touren, hoffentlich wird so etwas auch in Zukunft wieder möglich sein. Fahre selber +/-300km Tagestouren, zur Zeit Autark, koche unterwegs und filtere mir mein Wasser aus Bächen und Quellen, mit der Angst im Nacken, erwischt zu werden. Bei uns in Hessen, sind kleine Hausrunden erlaubt, toleriert.
    Wünsche dir noch viel Spaß, Gesundheit und Erfolg bei deinen neuen Abenteuern.
    Gruß
    Michael

    1. Jonas Deichmann sagt:

      Hallo Michael! Danke dir! Es kommen sicherlich such wieder bessere Zeiten für Abenteuer 🙂 viele Grüße

  3. Das sind super schöne Erlebnisse Jonas,die einem niemand mehr nehmen kann.Für so lange und große Touren fehlt uns leider das nötige Kleingeld und darüber hinaus sind wir auch zu alt,um noch solche Strecken zu fahren,aber geplant ist noch einiges in den nächsten Jahren.Wir wünschen Dir viel Glück auf Deinen Touren und vor allem Gesundheit.
    Gerhard & Thomas.‍♂️

    1. Jonas Deichmann sagt:

      Danke euch! Also bei meiner Weltumrundung vor 10 Jahren habe ich ca. 6 € pro Tag ausgegeben. Das Leben auf dem Rad ist günstig

  4. Stämpfli Walter sagt:

    Salut Jonas
    Ausserordentliche Leistung. Gratuliere dir ganz herzlich. Bist Du jeweils alleine unterwegs, sprich du hast die gesamte Ausrüstung am Fahrrad? Und Essen und Schlafen unter Dach?
    Würde mich sehr interessieren, was Du an Ausrüstung dabei hast.
    Herzliche Grüsse
    Walter

    1. Jonas Deichmann sagt:

      Hallo Walter, danke dir! Ja, ich bin unsupported unterwegs. Kommt ganz darauf an wo ich gerade bin mit Essen und schlafen. Komme pro Jahr aber auf über 200 Zeltnächte. Auf meinem YouTube Kanal gibts ein Video in dem ich meine detailierte Ausrüstung vorstelle. Viele Grüße

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