Ein Tag, ein Outdoor-Film: Entlang des River Fowey von der Mündung bis ans Meer

Vor fünf Jahren machte sich Chris Lucas zusammen mit seinem Vater auf in die kanadische Wildnis, um mit dem Kanu den Yukon River zu befahren. Diese Reise stellte die Vater-Sohn-Beziehung auf eine harte Probe: Ausladende Landschaften, körperliche Strapazen und alle mentalen und emotionalen Herausforderungen, die eine Unternehmung dieser Größe mit sich bringt. Das Ergebnis war ein Dokumentarfilm in Spielfilmlänge mit dem Titel „The Yukon Assignment”. 

Jetzt, einige Jahre später, wollte Chris herausfinden, ob es möglich sei, einen ähnlich inspirierenden Film in der Natur zu machen, diesmal aber an einem Tag und direkt vor der Haustür.

Wie Chris damals feststellte, ist das Drehen eines Langfilms „unglaublich zeitaufwändig” und verschlingt zudem riesige Ressourcen, was Mitarbeiter und Material angeht. Aber es war auch ein unglaubliches Erlebnis. Einerseits natürlich die Reise selbst, aber auch die Unterstützung der vielen Menschen und und die euphorische Stimmung, die entsteht, wenn man etwas Schönes filmen und mit anderen teilen kann: Dieses Gefühl wollte er wieder erleben.

Eine ganze Zeit beobachtete Chris die Landschaften in seiner Umgebung und fragte sich, ob man die Schönheit dieser Orte überhaupt im Film wiedergeben könne. Mit einem stark reduziertem Film- und Produktionsprozess wollte er eine Geschichte erzählen, die Menschen inspiriert und dazu bringt, selbst rauszugehen und die Natur zu entdecken.

„Zwischen beruflichen Verpflichtungen und dem Wunsch, ein guter Vater zu sein, ist das schwer zu schaffen. Deshalb fragte ich mich immer wieder, ob ich so etwas nicht an einem Tag schaffen könnte: In der Nähe, nur ich alleine, mit so viel Abenteuer, wie möglich.”

Wie sich herausstellte, schaffte Chris es doch. An einem Freitagabend plante er seine Tour mit komoot: den Lauf des River Fowey in Cornwall entlang von der Quelle bis zur Mündung ins Meer. Früh am Sonntagmorgen zog er los, in der Tasche ein leichtes Rucksackboot, eine Kameradrohne und ein paar Snacks.

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„Ich wollte mit so wenig Gepäck wie möglich unterwegs sein. Wandersachen, Kletterzeug, ein leichtes Schlauchboot und die Kameraausrüstung zum Filmen brauchte ich natürlich, aber sonst: Keine Crew, kein Hollywood-Hightech, einfach mal sehen, was ich an einem Tag schaffen konnte!“

Hier ist sein Abenteuerbericht in eigenen Worten:

„Mein Tag begann sehr früh an der Quelle des Flusses, hoch in den Bodwin Moors. In letzter Zeit hatte es kaum geregnet, so dass ein großer Teil der Sumpflandschaft trocken lag. Ich hielt mich trotzdem am Rand, um das Moos nicht zu zerstören. Dieser wertvolle CO2-Speicher muss unbedingt erhalten werden.

Dann wechselte die Umgebung von Moorlandschaft zu Wald und bot mir die Gelegenheit für ein paar Abseil-Szenen an den malerischen Golitha Falls. Hier gibt es für ein längeres Stück keinen direkten Zugang zum Fluss, so dass ich erst dort wieder auf ihn stieß, wo der Einfluss der Gezeiten beginnt. Schon während ich mein Boot aufpumpte und auf die Flut wartete, konnte ich kaum glauben, wie sehr sich der Fluss über eine so kurze Distanz verändert hatte. Die bewaldeten Ufer verliehen ihm jetzt eine weite, offene Atmosphäre: Was für ein wunderschöner Ort.

Dort, wo der Fluss an seinem Ende aufs Meer trifft – und bevor er mich in den Ärmelkanal spülen konnte – ging ich an Land, packte mein Boot zusammen und kletterte den anstrengenden Weg den Hügel hinauf, um den Film mit weit ausholenden Luftaufnahmen so zu beenden, wie ich ihn begonnen hatte. Diesmal allerdings nicht über abgelegenen Hochmooren, sondern südlichen Küstenverläufen.

Ich hoffe, der Film gefällt dir und ich hoffe auch, dass er ein paar Leute inspiriert, rauszugehen, eigene Abenteuer zu erleben – und vielleicht sogar zu filmen. Ein großes Dankeschön an komoot, dafür, dass sie dieses Projekt unterstützt haben.”

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