„Lange Radtouren, Bike-to-Run-Abenteuer und so viel entdecken, wie ich kann“ – ein Gespräch mit der Abenteurerin Hillary Allen

Ein peinlicher Kleidungsunfall hätte Hillary Allen im Alter von sieben Jahren das Verhältnis zu Jungs beinahe für immer verdorben. Bei einem lokalen 5-km-Lauf kam ihr der führende Läufer auf seinem Weg zurück zur Ziellinie entgegen – in einem Outfit, bei dem irgendetwas ziemlich schiefgegangen war: „Da hing wirklich alles raus“ erinnert sie sich noch heute. Es dauerte noch eine Weile, bis sie wieder Interesse an einem Jungen hatte, aber verloren hatte sie es nicht.

Und auch vom Laufen hat sie der Zwischenfall nicht abgehalten. Die Agilität und Geschwindigkeit, mit der sie über bergiges Gelände lief, brachten ihr in sozialen Medien und Trailrunning-Kreisen den Spitznamen „Hillygoat“ ein. Als professionelle Trailrunnerin mit namhaften Sponsoren lief sie Rennen zwischen 50 und 145 Kilometern – bis sie abstürzte. Buchstäblich, vom Berg. Über den Unfall wurde überall berichtet. Alle Medien sprachen darüber, Print, Online und auch sie selbst. Die Geschichte ist aber auch spannend: Erfolgreiche Profisportlerin erlebt lebensbedrohlichen Rückschlag. Wird sie es schaffen, sich davon zu erholen?

Um es kurz zu machen: Sie schaffte es. Und sie legte sogar noch eins drauf. Während ihres Reha-Trainings gewann sie nicht nur ihre Laufstärke zurück, sondern lernte auch eine neue Sportart kennen, die ihr noch weiter dabei hilft, ihr Ziel zu erreichen: „so viel zu entdecken, wie möglich“.

Die Sportart ist Radfahren, Gravel, um genau zu sein. 2019 ging sie in einen Fahrradladen in ihrer Heimatstadt Boulder, Colorado, und kam mit einem zweifarbig-grünen Rad wieder heraus. Sie gab ihm sofort den Namen Kermit. Und dieser Kermit, zusammen mit ihren Trailrunning-Schuhen, bildete die Grundlage ihrer neuen eigenen Sportart, für die sie seitdem Pionierarbeit leistet: Bike-to-Run-Abenteuer. Die Sportart funktioniert genau so, wie der Name sagt: Man fährt mit dem Rad zum Startpunkt des Trails, zieht die Laufschuhe an, läuft den Berg hoch und wieder runter und fährt mit dem Rad wieder nach Hause.

Diese Kombination gibt ihr völlig neue Möglichkeiten, das zu tun, was sie am liebsten tut: die Welt entdecken. „Es gibt immer etwas Neues zu entdecken, egal, ob es ein physischer Ort ist oder etwas in dir drin. Wenn ich nach draußen gehe, fühle ich mich immer wie beste Version meiner selbst, und es ist meine Lieblingsart, die Welt zu entdecken. Es ist auch ihre Lieblingsart, in Form zu bleiben und entsprechend sehen auch ihre Pläne für die absehbare Zukunft aus: „Lange Radtouren, Bike-to-Run-Abenteuer, so viel wie möglich entdecken an so vielen Orten wie möglich. Auch ohne Rennen ist das meine liebste Art, zu trainieren.“

Neben dem Entdecken selbst sind es die Erfahrungen auf dem Weg, die für sie den Reiz am Abenteuer ausmachen. Und für die Geschichten, die sie von ihren Erlebnissen erzählen kann, lohnen sich auch die härtesten Strapazen: „An eine legendäre Fahrt kann ich mich besonders gut erinnern. Das war eine Graveltour in Alta Badia in Italien. Die Schotterstrecke fing superschön an, ein bisschen steil an manchen Stellen, bis sie am Ende nur noch ein einziges Tragestück war, mit losem Schotter und 20 bis 22 Prozent Steigung. Das war aber noch nicht der legendäre Teil. Die Abfahrten waren genauso heftig und, um die Sache noch interessanter zu machen, begann es nach zwei Minuten auch noch zu regnen. Vier Stunden später war ich komplett durchgefroren, was die Abfahrt besonders aufregend machte (einige Abschnitte mußte ich zu Fuß gehen). Die warme Dusche am Ende war die beste Belohnung dafür!“

Wer Hillarys Wege verfolgt, weiß, dass sie viel reist. Deshalb kennt sie die Gefahren beim Planen von Fahrten oder Läufe an unbekannten Orten viel besser als die meisten von uns. Mit komoot kann sie unangenehme Überraschungen wie die steile, nasse Abfahrt von Alta Badia weitgehend vermeiden: „Komoot hat alle Informationen, die ich brauche, um coole Routen zu erstellen, Strecken miteinander zu kombinieren und mich dabei sicher zu fühlen – und nicht verloren!“

Aber egal, ob sie in den Alpen läuft oder mit dem Rad vor ihrer Haustür in Colorado fährt, für Hillary ist jedes Abenteuer vor allem eine Sache der Perspektive: „Du musst nicht um die Welt reisen, um den coolsten Trailrun oder die coolste Radstrecke zu finden. Möglicherweise liegen sie direkt um die Ecke, und du hattest nur noch nicht die Chance, sie zu entdecken. Das ist es, was mich immer wieder motiviert. Ob ich Rennen fahre oder laufe oder nicht.“

Du kannst Hillary bei allen ihren Abenteuern folgen: auf ihrem komoot Profil. Die Collection zu ihrem Roadtrip durch Utah findest du hier.

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