Ben Thompson – Spaß der etwas anderen Sorte

Die etwas andere Sorte Spaß, der sogenannte Typ-II-Spaß, ist eine verzögerte Form von Spaß. Sie beschreibt alle Aktivitäten, bei der man währenddessen meist nicht wirklich viel Freude hat – später aber zurückblickt und denkt: “Das war großartig!”. Genau das ist es, wonach Ben seit Jahren immer wieder sucht. Die meiste Zeit seines bisherigen Lebens hat er damit verbracht, zwischen den Gebirgen dieser Welt herumzureisen und gleichzeitig die Balance zwischen seiner Leidenschaft für Abenteuer und dem alltäglichen Leben zu finden. Ben war als Mountainbiker bei den Enduro World Series dabei, hat sich den Downhillrennen Megavalanche und Mountain of Hell gestellt und hat dann seine Liebe zu abenteuerlichen Langstreckentouren entdeckt, vor allem für kräftezehrende Ultralangstreckenrennen, wie dem Transcontinental Race. Wir haben uns mit Ben getroffen, um herauszufinden, was ihn motiviert und inspiriert, solche Herausforderungen anzunehmen, wie er sich an das Leben in Großbritannien gewöhnt hat – und vor allem um herauszufinden, was ihn zur Typ-II-Spaß-Person macht! 

 

Bild: Matthias Wjst

 

„Ich wohne derzeit in Frome, einer kleinen, ländlichen Marktstadt im Herzen von Somerset in Großbritannien. Die Stadt ist einzigartig, weil es eine unabhängige Stadtverwaltung hat, die darauf bedacht ist, das Beste für die Gemeinschaft zu erreichen. Es gibt viel Kreatives im Umfeld von Frome, viele kleine Unternehmen und inspirierende Menschen. Die größeren Städte Bath und Bristol sind beide ganz in der Nähe, und direkt vor der Haustür wartet eine atemberaubende Landschaft.

In der Umgebung gibt es vieles, das darauf wartet, entdeckt zu werden. Ruhige hügelige Straßen, kilometerlange Feldwege durch die Ebenen von Salisbury und sogar einen Freeride-Mountainbike-Park nur wenige Kilometer entfernt.

 

Ich habe immer schon versucht, so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen. Als ich klein war, haben wir viele Familienradtouren gemacht. Wir fuhren zu den Peak oder Lake Districts und manchmal auch in die Alpen, um die Mountainbike-Weltcups oder die Tour de France anzuschauen. Ich schätze, das hat mein Interesse am Fahrradfahren von klein auf geprägt. Sobald ich alt genug war, um alleine zu reisen, sparte ich etwas Geld und verbrachte dann den ganzen Sommer in den Bergen, um jeden Tag zu biken und von Pasta und Reis zu leben. Zum Glück hat sich mein Leben seitdem aber weiterentwickelt: Ich fahre immer noch extrem viel Rad, habe jedoch eine etwas ausgewogenere und abwechslungsreichere Ernährung entwickelt.

Mein Job hat mich und meine Familie nach Frome geführt. Ich habe das Glück, in der Fahrradbranche einen Job gefunden zu haben, und bei einem der weltweit führenden Unternehmen in der Radbranche zu arbeiten. Ich sorge dafür, dass Länder auf der ganzen Welt das richtige Produkt zur richtigen Zeit haben. An den meisten Tagen unterhalte ich mich mit Leuten über Fahrräder oder Zubehör und ermutige sie, raus zu gehen und diese mehr zu nutzen. Und wenn der Arbeitstag zu Ende geht oder das Wochenende vor der Tür steht, gehe ich raus und erlebe meine eigenen Abenteuer.

Eines der Dinge, das ich am meisten am Radfahren schätze, ist die Möglichkeit, neue Gebiete und Kulturen zu erkunden und unbekannte Orte zu entdecken. Ich lernte meine Frau kennen, als ich in den französischen Alpen lebte, wo wir uns bei Radtouren zum Erkunden der Region ineinander verliebten. Seitdem haben wir einige großartige Radtouren geplant und gemeinsam bestritten, darunter das Transcontinental Race, ein 3.600 km langes Etappenrennen quer durch Europa. Wir haben es in 12 Tagen geschafft! Wir waren Bikepacking in den Pyrenäen, wobei wir jeden Col (die berühmten Anstiege der Pyrenäen) in unsere Route eingebaut haben und wir habe eine lange Tour in den entlegensten Winkeln Islands unternommen. Seit kurzem verbringen wir auch einige Zeit damit, unserer kleiner Tochter das Dreiradfahren beizubringen und sorgen dafür, dass sie dabei die Katze nicht über den Haufen fährt.

 


Ich bin der Überzeugung, je anspruchsvoller eine Tour ist, ob das nun extreme Distanzen, unbändiges Wetter oder Abgeschiedenheit sind, desto größer ist das anschließende Gefühl von Erfolg und Zufriedenheit. Meine Frau und ich haben uns auf unseren Radtouren schon in einige brenzlige Situationen gebracht, wo nicht immer alles nach Plan verlaufen ist. Aber genau das sind Momente, an die wir uns heute oft erinnern und über die wir herzlich lachen können. Situationen, die meist mit Kälte, Hunger und Müdigkeit weit weg von zu Hause einhergehen. Das Einzige was einen da durchhalten lässt, ist ein guter Sinn für Humor und der Gedanke daran, das gemeinsam durchzustehen.

Es geht aber nicht immer darum, die großartigsten Touren von allen zu machen. Ich radel vor allem auch einfach mal gern in ein nahegelegenes Café oder Pub – genießen gehört auch dazu.

 


Großbritannien bietet viele coole Touren und ein ausgedehntes Netz von kleinen Straßen – perfekt für’s Radfahren. Seitdem ich wieder hierher gezogen bin, habe ich einige lange Fahrten gemacht. Zwei davon waren für mich ganz besonders. Die erste ging von Windsor nach Chester und zurück. Diese Strecke diente der Vorbereitung auf das berühmte Paris – Brest – Paris Audax in Frankreich. Die 620 Kilometer lange Route führt von Südwales nach Nordwales und wieder zurück, durch einige der unberührtesten Gebiete Großbritanniens. Die zweite war ein wirklich unvergesslicher Moment während der Fahrt über den Llanberis-Pass bei Sonnenuntergang mit einer großen Gruppe von Freunden und das nach bereits 250 Kilometern Fahrt an diesem Tag. Worte können diese Momente kaum beschreiben!

 

Ich liebe es, Radrouten zu planen und meinen Kalender mit Touren und Events zu füllen. Dieses Jahr möchte ich mehr neue Orte und Regionen erkunden. Ich möchte mehr von Nordschottland und den Straßen rund um Devon und Cornwall im äußersten Südwesten Englands sehen; hoffentlich in Form von Wochenend-Radtouren. Letztes Jahr habe ich endlich das sogenannte “Epic Echappée” gemacht, was einfach großartig war, und ich bin jetzt definitiv bereit für mehr “Offroad”-Fahrten mit dem Rennrad – zum Beispiel das Dirty Reiver in Northumberland. Außerdem planen meine Frau und ich diesen ein paar sehr lange Tagestouren in Kontinentaleuropa.

Ich mag Komoot, weil es so einfach zu bedienen ist und dazu ein großartiges Backup ist, falls man sich jemals verirrt. Als Familie lieben wir es zu reisen, dazu bin ich viel mit der Arbeit unterwegs. Komoot ist wirklich hilfreich, um das Beste aus meiner Zeit unterwegs zu machen und Gebiete zu erkunden, in denen ich mich nicht auskenne.

Mein Top-Hack für Komoot-Nutzer ist es, bei der Routenplanung die Highlights für alle Sportarten anzuschauen – besonders wenn man sich in einem neuen Gebiet befindet. Manchmal ist ein tolles Wander-Highlight auch einen Ausflug mit dem Fahrrad wert.

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