sandra

Mit Roboterpflastern und Pausenbrot nach draußen

Die Küssende Sau. Knoblauchfelsen. Oder Schloss Lichtenstein. Sandras Lieblingshighlights klingen wie direkt aus einem Märchen entführt. Ein bisschen fühlt man sich ja auch so, wenn man durch die Schwäbische Alb wandert. Nur hat man nicht immer das Glück, so coole Mädchen wie Sandra dabeizuhaben. Wir freuen uns sehr, sie nun zu unseren Pioneers zählen zu dürfen. Hier verrät sie, was bei ihren Abenteuern auf keinen Fall fehlen darf, vom Gipfel bis zum Roboterpflaster.

Hallo Sandra! Stell dich doch mal kurz vor. Was machst du, wenn du nicht wanderst?
Ich heiße Sandra, bin 26 Jahre alt und wohne in Stuttgart. Seit 2013 mache ich ein Volontariat in den Literaturmuseen des Deutschen Literaturarchivs Marbach und arbeite dort in der Literaturvermittlung. Das heißt ich verbringe meine Tage damit, Schüler, Studenten, Erwachsene und Kinder durchs Museum zu führen und ihnen Manuskripte, Briefe und andere Dinge von Schiller, Mörike, Rilke, Kafka und vielen vielen anderen  zu zeigen, Veranstaltungen zu Ausstellungen zu organisieren und mir Workshops auszudenken.

Welche Touren machst du am liebsten? Wie entscheidst du, wo es hingeht?
Ich mag Touren, auf denen es was zu sehen gibt: Wasserfälle, Höhlen, Burgen, Ruinen und tolle Aussichten begeistern mich! Kleine Ziele, auf die man sich freuen kann. Und ich mag es, an Orte zu kommen, von denen man bisher nur gehört oder gelesen hat. Meistens ist alles immer noch einmal ganz anders, wenn man direkt davor steht und es ist toll, diese Orte mit den Geschichten zusammenzubringen, die man vielleicht schon darüber gehört hat. Eine kleine Herausforderung muss mit dabei sein, ein paar steile Wege, ein paar hohe Gipfel, – nur flach geradeaus wäre mir schnell zu langweilig…

Mindestens ein kleines Highlight muss auf jeder Tour von Sandra dabei sein. Dann kann man auf dem Rest des Weges fabelhaft Geschichten dazu ausdenken.
Mindestens ein kleines Highlight muss auf jeder Tour von Sandra dabei sein. Dann kann man auf dem Rest des Weges fabelhaft Geschichten dazu ausdenken.

Was nimmst du mit auf Tour? Oder auch wen?
Ein bis zwei Bücher sind immer dabei, auch wenn ich beim Wandern dann doch selten (eigentlich nie) zum Lesen komme. Ein, zwei, drei Pausenbrote als Grundlage, ein bisschen Obst – aber nur vorgeschnitten (!) oder wahlweise mit dem passenden Herren mit Taschenmesser an Bord –, und ein Highlight für den höchsten Berg, meistens aus Schokolade. Roboterpflaster für den Ernstfall, Taschentücher und natürlich mein Handy mit komoot und Kamera in der Jackentasche.

Warum bist du so gern draußen?
Ich bin gerne in Bewegung. Das ist ein schöner Ausgleich zum Schreibtisch, Sessel und Stuhl, an dem Literaturwissenschaftler und Bücherliebhaber ja meistens ihre Tage verbringen. Dafür stehe ich auch gerne schon am Wochenende früh auf. Komischerweise wird man draußen auch nie müde… naja, außer die Beine natürlich ein bisschen nach einiger Zeit. Und mir gefällt, dass die Natur so ein offener Raum ist, in dem man sich vieles hineindenken kann: Gesichter, Wesen und Tiere in Steine, Bäume oder Wolken. Fußspuren, bei denen man sich ausmalen kann, wer die wohl hinterlassen hat. Ein Raum zum Hineindenken, Nachdenken, in die Gedanken hinein versinken oder auch einmal gar nichts zu denken, den Kopf frei zu bekommen.

Wofür nutzt du komoot?
Momentan nutze ich komoot meist nur zum Aufzeichnen, das Tourenplanen überlasse ich dem Experten. Ich mag es, Touren, Fotos und Highlights zu sammeln. Als Reiselandkarte, Souvenir und Erinnerungsspeicher, in den ich immer wieder hinein schauen kann und dabei Lust auf weitere, neue Touren bekomme. Besonders toll finde ich die Fotos und Highlights, die die Touren gleich viel lebendiger und bunter machen. Insofern ist Komoot für mich auch ein Inspiratonsspeicher, in dem ich bei anderen Outdoorliebhabern neue Orte, Touren und Ziele entdecken kann. Auch, dass man inzwischen sogar schon fertige Touren vorgeschlagen bekommt, mit Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel, finde ich sehr praktisch – das erspart einige Organisation und Planung.

Fast schon ein Grund allein auf Tour zu gehen: Gute Wanderschuhe. Die liebt Sandra sehr. Aber: Gut geschnürt müssen sie sein!
Fast schon ein Grund allein auf Tour zu gehen: Gute Wanderschuhe. Die liebt Sandra sehr. Aber: Gut geschnürt müssen sie sein!

Dein Lieblingsort unter freiem Himmel?
Schwierig… da gibt es einige schöne Orte, die mir spontan einfallen und es kommt auch immer darauf an, mit wem und auf was ich gerade Lust habe. Direkt vor der Haustüre fällt mir da die Stuttgarter Karlshöhe ein. Schön zum Picknicken. Ein kleiner Berg, auf den man dann ein wenig zu schleppen hat, aber es lohnt sich und schmeckt dann auch gleich dreimal so gut. Auf dem Stuttgarter Birkenkopf hat man auch eine tolle Aussicht. Zum Hochjoggen eine kleine Herausforderung, aber ein Blick von oben macht alles wett! Tja, eigentlich jeder Ort, an dem man sich sein Plätzchen erst ein klein wenig erkämpfen muss, der nicht ganz so überlaufen ist und man ein bisschen Ruhe für sich hat.

Gibt es lustige Rituale, die du mit der Zeit entwickelt hast?
Ganz wichtig: das Schuhe binden! Das wurde uns schon beim Schuhe kaufen eingetrichtert und ist tatsächlich auch so hängen geblieben. Bevor es losgeht erstmal Schuhe festschnüren… und auf dem Heimweg wieder lockerer machen und Schuhe ausklopfen. Ich liebe meine Wanderschuhe und meine Wandersocken, sie allein sind eigentlich schon Grund genug, um eine Tour zu machen. Obwohl ich es natürlich am Anfang völlig überbewertet fand, für eine Wanderung extra Wanderschuhe zu kaufen! Ansonsten… ich fabuliere gerne beim Wandern ein wenig vor mich hin. Darüber, warum Wege, Orte und Berge so heißen, wie sie heißen, warum sie so aussehen, wie sie aussehen und was sich dort wohl alles schon zugetragen hat… Und spätestens ab der Hälfte der Strecke mache ich mir Gedanken darüber, was ich am Abend wohl leckeres essen könnte… 🙂

Und die schönste Tour, die du aufgezeichnet hast?
Die Winterwanderung in Bad Urach. Es war richtig kalt und alles weiß. Hätten wir komoot nicht mit dabei gehabt, hätten wir manchmal nicht einmal gewusst, ob überhaupt noch Weg unter unseren Füßen ist. Teilweise stand mir der Schnee bis über die Knie und man musste richtig hohe Schritte machen um voran zu kommen. Die Thermoskanne mit heißem Tee war unser wichtigster Wanderbegleiter und in der Holzhütte über dem Wasserfall haben wir uns das hinterste Eckchen gesucht, um unsere Brotzeit auszupacken. Der Wasserfall war an einigen Stellen sogar zugefroren und man musste ganz schön Acht geben, die vereisten Treppen rauf und runter zu kommen. Das war echt spitze. Das einzige, was uns gefehlt hatte, war ein kleiner Schlitten…

Vielen Dank Sandra, für das nette Gespräch. Wir hätten Lust, gleich mit dir loszustapfen.

Sandra hat uns auch ihre Lieblingshighlights verraten:

Schloss Lichtenstein

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“Ein Schloss wie aus einem Buch. Und das stimmt in diesem Fall sogar wirklich. Die Anregung und Vorlage zum Neuaufbau der Ruine Lichtenstein im Jahr 1842 lieferte das Schloss aus Wilhelm Hauffs Roman „Lichtenstein“ aus dem Jahr 1826. So schaut es auch aus: ein richtiges Märchenschlösschen, gefährlich am Hang gebaut. Das Manuskript zum Roman liegt auch bei uns im Museum. Ich finde es immer besonders toll, wenn sich hinter solchen Orten auch noch spannende Geschichten oder kleine Anekdoten verbergen, mit denen man auf Wanderung ziehen kann. Gleich unterhalb des Schlosses ist auch noch die Nebelhöhle, ein richtig große, dunkle und kalte Tropfsteinhöhle, in der sich schon Herzog Ulrich, der ebenfalls in Hauffs Roman vorkommt, vor seinen Verfolgern versteckt haben soll. “

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Unterer Wasserfallweg

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“Der Uracher Wasserfall ist einer meiner absoluten Wanderfavoriten. Man hört schon aus der Ferne den Wasserfall von oben rauschen, kommt dann am Wasser entlang langsam immer näher und tatsächlich auch richtig nah an den Wasserfall heran. Im Sommer bestimmt auch richtig toll zur Erfrischung, wahrscheinlich auch bei 30° im Schatten noch eiskalt und gewaltig. Im Winter war er fast zugefroren und die Treppen hinauf eine einzige Rutschpartie.”

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Knoblauchfelsen

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“Ich habe keine Ahnung warum die so heißen! Wir haben dort auf jeden Fall Nussecken gegessen. Gipfelstürmer-Nussecken! Obwohl der Felsen gar nicht so hoch war. Aber ein schöner letzter Aussichtsfelsen vor dem Abstieg ins Tal.”

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Küssende Sau

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“Allein der Name hat mich schon magisch angezogen! Da muss jemand ähnlich viel Lust am Fabulieren gehabt haben wie ich. Und die Felsen sehen tatsächlich aus wie zwei knutschende Wildschweinchen. Auch ein toller Weg, der dorthin führt. Vor allem im Spätsommer, dann liegt dort alles voller Laubblättern, ein richtig bunter, weicher Weg. Überhaupt tolle Gegend dort bei Blaubeuren, die übrigens auch Mörike zu seinem ‘Stuttgarter Hutzelmännlein’ inspiriert hat – in schwäbischer Mundart geschrieben mit einem Zungenbrecher: ‘S’leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura, glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei.'”

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Burg Hohenzollern

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“Die Burg Hohenzollern ist eines von den Wanderzielen, das man schon von Weitem sieht und das auch schon von Weitem etwas Königliches und Gewaltiges ausstrahlt. Alles ist gewaltig: Die hohen Tannen, die breiten Wege, die Berge und am meisten natürlich die Burg selbst. Auch schon 20 Kilometer entfernt von ihr bewegt man sich in ihrem Bannkreis. Ein tolles Ziel für eine längere Wanderung. Man kann gut ein, zwei Stunden dort verweilen, bis man alle Wege, Königs- und Kaiserstatuen und Türmchen auf der Burg entdeckt hat. Es gibt sogar Liegestühle, auf denen man mal durchatmen und entspannen kann, bevor es an den Abstieg geht.”

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Pioneers sind die aktivsten Mitglieder bei komoot, sie sind ständig auf der Suche nach spannenden neuen Orten und markieren diese als Highlights, damit auch andere sie entdecken können. In unserer Pioneers-Serie stellen wir die bemerkenswertesten Pioneers persönlich vor.

Was sind die schönsten Orte und Trails in deiner Gegend? Markier sie als Highlight und werde  ein komoot Pioneer.

Ich möchte ein Pioneer werden!

4 Beitrag zu “Mit Roboterpflastern und Pausenbrot nach draußen”

  1. Das Bild von Knoblauchfelsen ist sowas von genial!Mit den Lichtverhältnissen kommt alles super zur Geltung.

    Übrigens, toller Artikel!

  2. Achja, wieder so ein schönes Erlebnis, was man nachvollziehen kann! Das Interview mit Sandra ist euch echt gelungen 🙂

    LG
    Vicky

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